Wie wir unsere Bewohner verstehen:

Im Gegensatz zu dem oft verzerrten Bild in der Öffentlichkeit gibt es ‑ so unterschiedlich die Persönlichkeiten psychisch kranker Menschen sind ‑ eine Gemeinsamkeit, die gar nicht so spektakulär oder "exotisch" ist:
Die meisten als psychisch krank bezeichneten Menschen sind eher unsicher und haben oft starke, zum Teil panische Ängste.
Es ist naheliegend und auch verständlich, dass Menschen mit großen Angstgefühlen sich nicht so gut auf ihre Umgebung, an sie gestellte Anforderungen, die Arbeit usw. konzentrieren können. Oft würden sie am liebsten einfach davonlaufen oder "die Decke über den Kopf ziehen".
Ängste machen natürlich auch sehr empfindlich gegenüber jeder Veränderung in der Umgebung.  Alles, was man nicht kennt oder einschätzen kann, macht auch (und noch  mehr) Angst.
Schon die Anwesenheit anderer, die fremd und damit nicht einschätzbar sind,  kann verunsichernd, im Extremfall bedrohlich wirken. Aufgrund der Tendenz, sich zurückzuziehen, ist es für die Umwelt oft auch nicht klar erkennbar, dass und welche Probleme der Betreffende hat.
Bei diesem "Befangensein in  Gefühlen" und der damit verbundenen Spannung ist es naheliegend, dass es auch zu Verhaltensauffälligkeiten kommt.
Diese Verhaltensauffälligkeiten (ob depressiver, aggressiver oder sonstiger Art) haben für die Betreffenden selbst meist noch mehr Schwierigkeiten zur Folge.
Wie für viele Menschen mit Problemen ist es auch für psychisch Kranke leider oft naheliegend, solche Probleme mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln lösen zu wollen – was in der Regel wiederum weitere Probleme und Auffälligkeiten nach sich zieht.
Unsere Zielsetzung und Arbeitsweise:
Das Ziel unserer Einrichtung ist es, unsere Bewohner  zunächst für ein Leben in der Einrichtung mit einer größeren Fähigkeit im Umgang mit sich selbst und anderen zu stabilisieren und auch ‑ ohne einen vorgegebenen Zeit‑ oder Leistungsdruck ‑ eine Entwicklung zu fördern, die die Persönlichkeit der Bewohner stärkt.  Dies ist angesichts der Dynamik der psychischen Probleme vieler unserer Bewohner oft schon nicht leicht.
Ein wichtiger Schritt dazu ist, sich selbst und die eigene Dynamik besser verstehen  und akzeptieren zu lernen, um sich bei alltäglichen Situationen und Problemen, wie sie genannt wurden, nicht gleich in Panik zu geraten und sich längerfristig selbst besser helfen zu können.
Auf längere Sicht soll dadurch – soweit möglich - ein Leben ohne die intensive Begleitung des Wohnheimes wieder zu einer Perspektive werden.